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September 2007

Vereinsturnen

Abschied der Klopfiker an den Schweizermeisterschaften im Vereinsturnen in Lyss

Am 8. September 2007 zeigte die Trainingsgemeinschaft Opfikon – Kloten das letzte Mal ihr altbewährtes und äusserst erfolgreiches Bodenprogramm. Zudem schlossen sie die Wettkampfsaison mit ihrem extra für die SM transportieren Doppeltrampolinen am Sprung ab.

Mit den Schweizermeisterschaften in Lyss ging auch die Wettkampfsaison 2007 der Klopfiker zu Ende. Am Samstag um 12.45 Uhr präsentierten 24 Turnerinnen und Turner des TV Opfikon – Kloten das allerletzte Mal ihr Bodenprogramm. Die Bodenübung konnte in den letzten Jahren zahlreiche Erfolge verzeichnen und begeisterte Zuschauer und Fans aufgrund ihrer Einzigartigkeit und Spannung. Nach der letzten Aufführung wurde Nicole Volkart, die Oberturnerin des Turnverein Kloten und Hauptchoreografin des Bodenprogrammes befragt.

Nicole, wie hat sich die Zusammenstellung der Bodenübung für die Trainingsgemeinschaft Opfikon-Kloten gestaltet?
Nicole: Wenn ich eine mögliche Bodenmusik höre, entsteht bei mir im Kopf schon eine spontane Vision, wie das künftige Programm aussehen könnten. Passiert dies nicht, entscheide ich mich auch gegen das Musikstück. Der Rest ist mühsame Feinarbeit, da es alle Niveaus der Turnerinnen und Turner in die Übung zu integrieren gilt.
Zudem gestalten sich die Raum- und Zeiteinteilung als sehr komplex, weil die Starts beziehungsweise die Enden der jeweiligen Elementenbahnen bei jedem einzelnen Bodenturner zusammenpassen müssen.

Wie hat sich das Bodenprogramm in den vergangenen Jahren weiterentwickelt?
Nicole: Nach dem Saisonende, normalerweise nach den Schweizermeisterschaften, braucht es für mich eine “schöpferische Pause“. Einige Monate später und nach einer Reflexion der aktuellen Übung, werden einzelne Teile ausgetauscht oder abgeändert. So entstand während den letzten Jahren meiner Meinung nach ein Programm, welches ich selber als “gut“ bezeichne.

Welches waren die grössten Erfolge dieser Bodenübung?
Nicole: An den Schweizermeisterschaften 2006 konnten sich die Bodenturnerinnen und -turner für das Final (die besten vier Vereine) qualifizieren. Dies war zweifelsohne einer der grössten Erfolge. Ausserdem kam das Programm bei den Zuschauern immer sehr gut an, weil der Stil völlig anders ist als bei den anderen Spitzenvereinen der Schweiz.

Nach dieser Saison wirst du als langjährige Oberturnerin zurücktreten. Wie hast du die allerletzte Vorführung am Boden erlebt?
Nicole: Es wurde gut geturnt, auch wenn sich leider einige individuelle Fehler eingeschlichen haben. Aus diesem Grund hat es nur für ein Diplom mit der Note 9.24 und den 8. Schlussrang gereicht.

Es war mir schon länger bewusst, dass ich das Amt als Oberturnerin abgeben werde. Aus diesem Grund war die Aufführung nicht besonders emotional. Ich finde, dass jetzt die Zeit für eine neue Bodenübung gekommen ist. Ich mache Platz für neue Leute mit ihren eigenen Ideen für das zukünftige Programm. Deswegen finde ich den Zeitpunkt zum Übergeben der Verantwortung optimal. Zudem möchte ich wenigstens noch ein Jahr als Turnerin die Mannschaft der Klopfiker unterstützen, ohne die Leitung zu übernehmen müssen.

Danke für das Interview!!

Das letzte Gerät der diesjährigen Wettkampfsaison war der Sprung. Mit zwei Doppel- und zwei Minitrampolinen gingen die Turnerinnen und Turner an den Start. Dank des speziellen Bodenbelages sprangen die Doppeltrampolin-Springer die Salti, Baranis und Japaner deutlich höher und spritziger als im Training. Leider rächte sich dieser Höhenunterschied jedoch in der Synchronität mit den Minitrampolin-Springer, da diese Bedingungen in der Halle zu üben nicht möglich ist. Die Klopfiker zeigten ein solides Programm mit nur wenigen kleinen Patzern in der Einzelausführung. Unerfreulicherweise und bei Kennern der Kunst des Doppeltrampolinspringens auch unverständlich erhielt der TV Opfikon-Kloten nur gerade die Note 8.49 (Rang 23), also über sechs Zehntel weniger als noch vor zwei Wochen beim Teammasters in Egg. Diese Unverhältismässigkeit einiger Wertungsrichter führt in der Vergangenheit dazu, dass auch Spitzenverein auf das Doppeltrampolin in ihrem Sprungprogramm verzichteten. Die Klopfiker wollen jedoch dieser Tradition und Exklusivität nicht abdanken und hoffen, dass in der Wertungsrichterausbildung wieder über die Besonderheiten des Doppeltramplins aufgeklärt wird.

Alles in Allem waren die Schweizermeisterschaften in Lyss ein guter Saisonabschloss der Gerätesektion. Auch wenn ausnahmsweise nicht im sportlichen Bereich geglänzt wurde, verbrachten die Klopfiker ein tolles Wochenende. Das nächste Jahr gilt es dann eine ganz neue Bodenübung einzustudieren. Ob das künftige Programm an die Erfolge des Alten anknüpfen kann, steht bis jetzt jedoch noch in den Sternen.

Corina Landolt top

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