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Juni 2008

Kunstturnen Mädchen

Saisonabschluss der Opfiker Kunstturnerinnen

Zum unheilvollen 13. Mal fand der Oberlandcup letztes Wochenende in Uster statt. Die Kunstturnerinnen aus Opfikon- Glattbrugg liessen sich von der Unglückszahl jedoch nicht beirren und gingen mit viel Freude ans Werk. Die Aussicht auf eine Medaille, ein T- Shirt und ein tolles Geschenk für alle Teilnehmerinnen machen den Oberlandcup besonders attraktiv. Noch dazu findet er jedes Jahr ausser Konkurrenz für die Schweizermeisterschaften und mit Teilnehmerinnen aus ganz Europa statt. Alle diese Faktoren machen den besonderen Geist des Ustermer Wettkampfes aus, welcher auch auf die Opfikonerinnen abfärbte.

Im P3 traten Muriel Erni, Nuria Terrafino, Wendy Habegger, Romy Wiestner und Alina Dintheer für den TVO an. Flurina Rathgeb konnte wegen einer Fussverletzung nicht teilnehmen.

 


Biss die Zähne zusammen: Nuria Terrafino
     

Muriel gelang ein ausgeglichener und guter Wettkampf. Vor allem am Balken konnte sie mit einer sturzfreien Vorführung überzeugen. Sie klassierte sich auf dem 15. Rang. Drei Plätze weiter vorne landete Alina. Sie glänzte vor allem am Sprung, hatte jedoch einen kleinen Blackout beim Aufgang am Balken, wonach sie weitere Stürze zu verzeichnen hatte.

Auch Wendy schaffte es dieses Mal nicht, die ganze Kür auf dem Balken zu bleiben. Sie verbuchte auch am Barren eine etwas niedrigere Note als gewohnt, wenn man jedoch ihre blutende Blase auf der Handfläche sah, musste man sie für ihren Kampfgeist loben. Sie wurde 22ste, drei Plätze hinter Romy. Diese schaffte wie Muriel zum ersten Mal in der Saison eine sturzfreie Übung am Balken. Im Gegensatz zu ihrer Trainingskollegin zeigte sie am Boden trotz Anstrengung und guten Akrobahnen nicht ihr ganzes Können. Auch Nuria Terrafino zeigte eine eher verhaltene Bodenübung. Möglicherweise lag dies auch an ihrem Knie, das während der Übung zu schmerzen begann. Am Sprung biss sie sich aber auf die Zähne und legte trotz Schmerzen zwei saubere Sprünge hin. Ihre Leistung verhalf ihr zum 23. Rang.

In der Mannschaftswertung schafften es die Opfikerinnen sogar aufs Treppchen. Hinter den deutlich öfter trainierenden Rütnerinnen holten sie sich die Silbermedaille.

Tamara Künzli turnte samstags parallel zu den P3 Turnerinnen in der Kategorie National. Sie zeigte eine konstante Leistung und bezauberte die Zuschauer abermals mit einer ausdrucksstarken Bodenübung. Am Barren zog sie ihre Übung trotz gerissenem Reckhandschuh souverän durch. Sie beendete den Wettkampf auf dem hervorragenden 11. Rang.


Turnte ihren letzten Wettkampf mit Bravour: Tamara Künzli

P1 Turnerinnen mussten sonntags früh aufstehen

Die kleinsten Opfikoner Wettkampfteilnehmerinnen waren Vivienne Kaiser, Larissa Jossi und Sarah Bieri. Serena Rossetti wurde kurz vor dem Wettkampf krank und musste zu Hause bleiben.

Sarah Bieri ging trotz früher Morgenstunde sehr konzentriert ans Werk. Sie zeigte an allen Geräten absolut überzeugende Vorführungen und klassierte sich auf dem ausgezeichneten 28. Rang. Auch Larissa Jossi liess sich die kurze Nacht von Samstag auf Sonntag nicht anmerken und zeigte drei schöne Küren an Barren, Balken und Boden. Der Sprung bereitete ihr beim Einturnen einige Mühe, doch sie zeigte Ehrgeiz und meisterte auch das vierte Gerät. Sie wurde 44. von 140 Turnerinnen. Nicht weit hinter Larissa, auf dem 53. Rang, landete Vivienne. Auch sie turnte sehr ausgeglichen. Ihr gelangen vor allem Balken und Boden. Wenn Vivienne weiterhin gut trainiert und an ihren Elementen feilt, wird sie nächste Saison ihr angesprochenes Ziel – die Qualifikation für die Schweizermeisterschaften – bestimmt erreichen.

Im P2 startete Majella Habegger für den TVO. Sie turnte unter ihrem Niveau und leistete sich einige Fauxpas. Am Barren schaffte sie zum ersten Mal den Übergang vom unteren zum oberen Holm nicht. Sie landete schlussendlich auf dem 68. Platz. Doch gebührt ihr Respekt, da sie diese Saison tapfer jeden Wettkampf alleine, das heisst als einzige Opfikerin in ihrer Stufe absolvierte, sich aber trotzdem immer ihren Elan bewahrte und sich stets Mühe gab.

Nicht nur Wettkampferprobte nahmen teil

Neben den guten Leistungen der Turnerinnen sorgte die Teilnahme der ehemaligen Kunstturnerin Martina Gut für ein weiteres Opfiker Highlight. Nach zwei Jahren Wettkampfpause absolvierte sie den 3- Kampf bei den Seniorinnen. Sichtlich nervös begann sie ausgerechnet am Zittergerät Balken. Im Einturnen noch alles gestanden, musste sie am Wettkampf einmal absteigen. Da sie nicht am Boden turnte, konnte sie nach einer kleinen Pause gut gestärkt den Sprung in Angriff nehmen. Mit einem der schwierigsten Sprünge in ihrer Kategorie und einer schwungvollen Darbietung meisterte sie dieses Gerät mühelos. Auch am letzten Gerät, dem Barren, turnte sie auf hohem Niveau und schaffte es, ihre lange, anstrengende Übung ohne Fehler durchzuturnen. Für diese Leistung wurde sie mit dem ausgezeichneten 5. Rang belohnt.

Ob gross oder klein, wettkampferprobt oder Wiedereinsteigerin – der Oberlandcup stellte für alle wieder einmal einen Höhepunkt in der Wettkampfsaison dar. Die lockere Atmosphäre und die zahlreichen aus Opfikon- Glattbrugg angereisten Zuschauer machten den Wettkampf zum Erlebnis und trieben die Turnerinnen zu Höchstleistungen. Für die einen war er ein schöner Abschluss der Kunstturnsaison, für die anderen ein kleines Intermezzo bevor es zu den Schweizer Meisterschaften geht. So oder so gingen dieses Wochenende alle Mädchen mit einer schönen Medaille und einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen nach Hause.

Milena Brasi top

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