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100 Jahre Turnverein Opfikon-GlattbruggDer TVO besucht die RigiAm 20. September machten sich 84 Turnvereinler und Turnvereinfreunde auf den Weg, um das ereignisreiche Jubiläumsjahr abzuschliessen. Die Organisatoren führten die Reisemitglieder auf den Rigi, wo nebst guter Verpflegung eine besondere Lektion in Sachen Schweizer Tradition auf den TVO wartete.
Das Ausflugsziel für diese Mitgliederreise war bis zuletzt von den zwei Organisatoren Urs Hainfeld und Manuela Flückiger geheim gehalten worden, sodass die Teilnehmer Sonntags in der Früh um viertel vor sieben (!) am Bahnhof noch nicht genau wussten, ob sie sich freuen oder mit noch verklebten Augen den Sinn dieser Reise hinterfragen sollten. Doch einige freundliche Ansagen des Reiseleiters Urs und einen Hauptbahnhofkaffee später waren alle guter Dinge. Verteilt über drei Wagons ratterten die Reiseteilnehmer in Richtung Luzern. Während der einstündigen Reise kam dann noch Reisemami Manuela mit zwei grossen Taschen voller Säfte, Schokodrinks und Gipfeli vorbei. Gestärkt und hellwach in Luzern angekommen, huschte den TVOlern am Luzerner Bahnhof bereits das erste Kollektivlächeln übers Gesicht, als sie am vordersten Zugwaggon vorbei spazierten. Dort hing nämlich ein Schild im Fenster mit folgender Aufschrift: „Reserviert: TV Opfikon-Glattbrugg (Hainfeld)“. Dabei hiess es von Seiten Hainfeld bei Abfahrt noch, er habe nicht reservieren können und mit der SBB vereinbart, dass die Gruppe sich einfach auf die noch freien Plätze aufteilen werde. Als Ablenkungsmanöver versuchte Urs anschliessend gleich, die Wanderlust in seiner Reisegruppe wach zu kitzeln. So marschierten alle gemeinsam vom Bahnhof zum ersten Treffpunkt bei den Bootsstegen, vom Treffpunkt zu Bootssteg 3, vom Bootssteg 3 zum Bootssteg 5 und vom Bootssteg 5 zurück zum Bootssteg 3. Aus den Augenwinkeln waren bereits dort am Vierwaldstättersee die Blicke der Ansässigen zu erhaschen, die die wanderlustigen Zürcher offensichtlich für völlig überforderte Touristen hielten und mit einem schadenfreudigen Lächeln abspiesen. Doch das interessierte Reiseleiter Urs und seine Reisegruppe spätestens an Bord der fast vollständig mit TVO-Mitreisenden beladenen Fähre nach Küssnacht herzlich wenig. Die nächste Gelegenheit für entspanntes Sitzen, das Geniessen der Aussicht, fröhliches Geschnatter und den Kampf gegen die Reiseübelkeit war gekommen. Die Fahrt über den ruhigen Vierwaldstättersee überstanden aber alle recht gut und so konnte die gesamte Truppe in Küssnacht (am Rigi) von Touristenführerin Daniela in Empfang genommen werden. Diese führte den Turnvereintross sogleich durch das malerische Städtchen Küssnacht in Richtung Restaurant Alpenhof auf dem Berg Rigi. Während diesem Aufstieg erntete die bunte TVO-Reisegruppe erneut skeptische Blicke von den Küssnachtern. Diese werden sich einerseits gefragt haben, was das wohl für eine Gruppe sein könnte, die über 80 Mann (und Frau) stark ist und eine Altersspannbreite zwischen 14 und 82 Jahren aufweist. So eine Gruppe kommt eben zustande wenn der Turnverein aus Opfikon-Glattbrugg zur Jubiläumsreise lädt: da kommen Aktivmitglieder aus der Gerätesektion und dem Volleyballteam, die Männerriege, die Frauenriege, Ehrenmitglieder und der Vorstand zusammen. Die Turnvereinjugend war an diesem Wochenende nicht dabei, da sie sich eine Woche zuvor hatte im Connyland austoben dürfen. Der beschwerliche Aufstieg wurde von Daniela zwei-, dreimal unterbrochen, um den Opfikern einige Geschichten über Küssnacht und den Rigi, pardon, die Rigi näherzubringen. So erklärte sie uns eben auch, dass die Küssnachter „d’Rigi“ sagen und nicht „de Rigi“. Dies passe eben besser, da der Pilatus und die Rigi so das Bergpärchen Nummer 1 in der Luzerner Region verkörpern. Diese Information war für die Opfiker Wandertüchtigen besonders interessant und löste sogleich eine kurze Diskussion über den/die Rigi, die Absichten von Pilatus, das wahrscheinlichere Geschlecht von Üetli- und Zürichberg und die Offenheit der Zürcher gegenüber homosexuellen Bergen aus. Doch die Gespräche und das Gelächter verstummten alsbald, denn der Weg hinauf wurde mit jedem Meter steiler, so kam es den flachlandgewohnten Zürchern jedenfalls vor. Nur eine liess sich davon nicht beirren, sprintete an allen vorbei und verlangsamte ihr Tempo nur, um einen Schwatz mit dem jeweiligen Wanderpartner zu halten: Rita, unsere Laufkönigin, kam wahrscheinlich als einzige mit einem ruhigen Puls und einem entspannten Lächeln auf den Lippen am Ziel an. Doch wie es sich für einen Turnverein gehört, meisterte jedes Reisemitglied früher oder später den Aufstieg und erfreute sich anschliessend am „Zieleinlauf“ beim Restaurant, den ein Kollege Danielas mit dem Alphorn versüsste und melodisch unterstrich. Noch immer wusste niemand, was das Ziel dieser Reise eigentlich war und so ertönten Spekulationen von allen Seiten während Daniela die Truppe zum eigens für sie aufgebauten Festzelt führte: „Absolvieren wir den Seilpark?“ „Können wir hier oben tun, was wir wollen – auf dem Kinderspielplatz oder im Festzelt?“ „Gibt es vielleicht Spiele und Nachmittagsunterhaltung im Zelt?“ Nach einem feinen Zmittag mit Akkordeonbegleitung und der Kinderspielplatzinvasion der Gerätesektion wurde das Geheimnis endlich gelüftet. Auf der grossen Wiese neben dem Alpenhof standen verschiedene Posten für einen Plauschparkour bereit. Aufgeteilt in Gruppen durften sich die Turnvereinler in verschiedenen traditionellen Disziplinen wie Fahnenschwingen, Steinstossen, Alphornblasen oder das Muisizieren mit Stab und Besen versuchen. Aber auch das Waschen von Weisswäsche mit Waschbrett, Seife und Zuber, das Melken einer Holzkuh oder das Probieren und Erraten von Schnäpsen durften ausprobiert werden, wobei sich letzteres besonderer Beliebtheit erfreute. Da wundert es auch niemanden, dass beinahe alle Gruppen den Quitten- vom Zwetschgen- und den Birnen- vom Kräuterschnaps unterscheiden konnten.
Abschliessend fand sich die ganze illustre Truppe in einem grossen Kreis zusammen, um die besten Fahnenschwinger und Musikanten unter den Turnvereinlern noch einmal zu bestaunen und gemeinsam zum rassigen Hudigäggeler zu klatschen, zu singen und zu tanzen. In dieser fröhlichen Stimmung liess sich gleich wunderbar noch ein Gruppenfoto schiessen, bevor sich die Opfiker von der Alpenluft verabschieden und den Abstieg in Angriff nehmen mussten. Bekanntlich geht’s „durab ringer als duruf“, sodass dem einen oder anderen Turner noch die Puste für ein lustiges Lied reichte. So kam es zum dritten Mal vor, dass unter den Anwohnern angesichts der freudig johlenden Masse allgemeines Kopfschütteln herrschte. Vielleicht lags aber auch an Retos seltsamer Rückendekoration. Reisemami Manuela hatte vor dem Abstieg noch die restlichen O’Säfte und Schokodrinks verteilt, die nach Gebrauch auf recht unkonventionelle Art und Weise entsorgt wurden… Begleitet von einigen Sonnenstrahlen stieg die Reisegruppe am Küssnachter Bahnhof in den Zug und trat wehmütig die Heimreise an. Im Zug teilte sich nun die Gruppe in die eifrig diskutierenden und die gegen die Müdigkeit ankämpfenden. Bei der Ankunft in Glattbrugg sah man dann jedem Reisemitglied das lachende und das weinende Auge an. Es war ein langer, anstrengender Tag gewesen und man war froh, langsam wieder nach Hause zu kommen. Doch der Ausflug hatte allen Teilnehmern riesige Freude bereitet und einfach Spass gemacht und so war es wiederum schade, ging dieser Tag nun schon zu Ende. Einige Energiegeladene steuerten dem Ende zwar noch entgegen und liessen den Tag im Mamma Mia ausklingen. Der Grossteil der Gruppe machte sich aber endgültig auf den Heimweg. Mit dieser Reise ist das Jubiläumsjahr für den Turnverein nun abgeschlossen. Es war ein aufregendes und schönes Jahr mit vielen Höhepunkten und grossen organisatorischen Leistungen. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an all die Helferinnen und Helfer, die diese zahlreichen Highlights möglich gemacht haben und ein spezielles „Merci“ an die Mitgliederreise-Organisatoren Urs und Manuela.
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