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Juni 2010

Kunstturnen Knaben

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Henjü Mboyo zum Dritten

An den Junioren-Schweizermeisterschaften der Kunstturner vom 5./6. Juni in Solothurn sicherte sich Henjü Mboyo in überlegener Manier den dritten Schweizermeister-Titel in Folge - diesmal in der Kategorie P3 - und sorgte dafür, dass die seit 2006 andauernde Serie mit TVO-Titelträgern weitergeführt wurde.

Der 11-jährige Glattbrugger übernahm gleich am ersten Gerät, Reck, mit einer dynamisch und in perfekter Ausführung vorgetragenen Übung, gespickt mit Höchstschwierigkeiten wie Stalder-Grätsche und gehocktem Doppelsalto als Abgang, die Spitze (11,80 Punkte). In der Folge baute er seine Führung mit Höchstwertungen an sämtlichen Geräten stetig aus. Es schien, als turne er zeitweise in einer Kategorie. Dies offenbarte sich wohl am deutlichsten bei seinem Barrenvortrag, der gegenüber allen Konkurrenten einen um mindestens 0,9 höheren Schwierigkeitswert auswies. Er hätte sich hier schon einen grösseren Patzer leiste können und hätte immer noch die Höchstnote erzielt. Mit einer Leichtigkeit sondergleichen reihte er die schwierigsten Bonuselemente Riesenfelge, Stützkehre zum Handstand und Doppelsalto-Abgang aneinander und holte trotz zwei, drei kleiner Nachdrücken in der Handstandposition alleine an diesem Gerät einen Vorsprung von 0,95 P. auf seinen schärfsten Konkurrenten heraus (11,75 P.). Am Ende waren es dann rekordverdächtige 4,425 P., die ihn vom Zweiten, seinem Verbandskameraden, Moreno Kratter (Rüti), trennten. Weil durch Marcin Schläfli (Freienstein) auch der dritte Podiumsplatz durch einen Athleten des ZTV besetzt werden konnte, erübrigte sich auch die Frage bezüglich des Siegers in der Teamwertung des P3.

Ein eigentliches Comeback, nach langwierigen Schulterproblemen, gab Marc Landolf im Wettkampf der höchsten Klasse (P6). Der 18-jährige Gymnasiast absolvierte nach längerem Unterbruch erstmals wieder einen vollen Sechskampf und klassierte sich als 9. gleich in den Topten. Noch überraschender war, dass er sich als 5. am Pauschenpferd für den Gerätefinal qualifizierte, durfte er das doch eher am Boden oder an den Ringen erwarten. Im Pauschenfinal konnte er dann seinen Exploit aus dem Mehrkampf leider nicht wiederholen und musste mit dem 6. Rang vorlieb nehmen. Dieser erfolgreiche Wiedereinstieg darf ihn für den weiteren Verlauf der Saison äusserst zuversichtlich stimmen.

Erstmals an einer Schweizermeisterschaft teilnehmen konnte der 8-jährige Davide Bieri. Bereits die Qualifikation für diese Titelkämpfe, die er als siebtbester Zürcher erreicht hatte, war für ihn ein Riesenerfolg. Von der starken Konkurrenz im P1 unbeeindruckt, turnte er sein Programm ohne grössere Patzer durch und sicherte sich als 22. von 48 Konkurrenten und viertbester Zürcher nicht nur seine erste nationale Auszeichnung, sondern qualifizierte sich auch gleich für die nur alle fünf Jahre stattfindenden Schweizerischen Kunstturntage vom 19./20. Juli in Rheineck (SG). Nach den tollen Resultaten der Opfiker bei den nationalen Titelkämpfen dürfen wir auch diesem speziellen Anlass mit einiger Zuversicht entgegensehen.

Aus der Rangliste:

P1: 22. Davide Bieri, 62,875 P.
P3: 1. Henjü Mboyo, 70.400 P.; Mannschaften: 1. ZTV (Mboyo, Kratter, Schläfli), 201,225 P.
P6: 9. Marc Landolf, 75,700 P.; Pauschenpferd: 6. Marc Landolf, 10,950 P.

Bruno Valsangiacomo top

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